Sommer und Sonne – für die Mitarbeiter der Bochumer AWO-Geschäftsstelle bis vor Kurzem keine gute Nachricht. In ihren Büros wurde es nämlich schnell zu heiß. Jetzt aber sorgt das Kälte Paket der Stadtwerke Bochum für ein gutes Arbeitsklima. Und das dank Photovoltaik sogar klimaschonend.
Rund 1.100 Mitarbeiter beschäftigt die Arbeiterwohlfahrt in ihrem Unterbezirk Ruhr-Mitte. Sie betreibt mehr als 30 Kindertageseinrichtungen in Bochum und Herne, bietet Betreuung in Offenen Ganztagsschulen, Flüchtlingsunterkünften und anderen Einrichtungen an. In der Hauptgeschäftsstelle in Bochum-Riemke kümmern sich 50 Kolleginnen und Kollegen um die Leitung des Unterbezirks, um Personalfragen, Finanzen, Controlling, Qualitätssicherung, Arbeitsschutz. Und im Sommer mussten sie dabei bislang ordentlich schwitzen.
AWO-Geschäftsführer Mark Schaaf mit dem Klimagerät, das ihm dank Pollenfilter nicht nur Hitze, sondern auch allergische Beschwerden erspart.
Eigentlich, sagt Geschäftsführer Marc Schaaf, war es eine gute Wahl, als die Geschäftsstelle vor Jahren aus der Bochumer Innenstadt nach Riemke umzog: mehr Raum für Büros, reichlich Parkplätze, zentrale Lage nahe der Grenze zwischen Bochum und Herne. Und innen ist das äußerlich unscheinbare Gebäude richtig schick. Wenn bloß die Hitze nicht wäre!
AWO-Mitarbeiterin Tanja Butschkau geht die Arbeit dank Kälte Paket der Stadtwerke jetzt auch im Sommer leicht von der Hand.
Geschäftsführer Schaaf hat das Problem „geerbt“, als er seine Stelle übernahm, und es wurde durch die vielen heißen Sommer immer drängender: „Es war oft unerträglich“, sagt Schaaf, „und der Betriebsrat forderte dringend Abhilfe.“ Sie haben es mit Ventilatoren versucht, mit kostenlosen Wasserrationen, verkürzter Arbeitszeit – das reichte alles nicht. So beriet die AWO mit den Stadtwerken Bochum über eine grundsätzliche Lösung.
„Wir sind gemeinsam mit unserem technischen Dienstleister durch das Gebäude gegangen, haben die Situation analysiert und ein individuelles Konzept erarbeitet“, sagt Stadtwerke-Projektleiter Martin Schniederjan. Das Kälte Paket, das er seinem Kunden anbot, hat die AWO überzeugt. Und so wurden in 15 Büros kompakte Innengeräte installiert und über Rohrleitungen mit sechs Außengeräten verbunden – ein ohne großen Aufwand zu installierendes Split-System. Die Wärme aus dem Gebäude wird über ein Kühlmittel nach draußen geschafft – „wie beim Kühlschrank“, so Schniederjan.
Die Innengeräte verrichten ihren Job äußerst diskret. „Man hört sie gar nicht“, freut sich Marc Schaaf. Auch das leise Geräusch der Außengeräte sei nirgends störend und die Bedienung denkbar einfach: „Jeder hat eine Fernbedienung zu seinem Gerät. Wir stellen die Temperatur auf etwa 24 Grad ein, sodass es nicht zu kühl wird und Mitarbeiter sich nicht erkälten.“ Marc Schaaf übrigens ist „schwer pollenallergisch“, wie er berichtet. Das Gerät in seinem Büro hat daher einen Zusatzfilter. Die Pollen bleiben künftig draußen – auch dieses Problem wurde nebenbei gelöst.
Da die AWO sich für das Kälte Paket in der Pacht-Version entschieden hat, musste sie keine Investition stemmen, sondern zahlt lediglich eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Anlage. Installation. Wartung und im Bedarfsfall sofortige Reparaturen sind im Preis enthalten – rundum sorglos also. Und nach acht Jahren hat die AWO die Möglichkeit, die Anlage von den Stadtwerken zu übernehmen.
Die Außengeräte an der Fassade der AWO-Geschäftsstelle sorgen dafür, dass die Hitze aus den Innenräumen ins Freie gelangt.
Blieb noch die Frage der Ökologie. Die AWO, sagt Marc Schaaf, sei schließlich im Energie-Effizienz-Netzwerk der Stadtwerke aktiv und habe schon einige Schritte in Richtung Nachhaltigkeit unternommen: Elektroautos angeschafft, eine Schulung zu effizientem Heizen und Lüften für hunderte Mitarbeiter angeboten. Passte eine Klimaanlage dazu? Ja, passte, denn die Stadtwerke boten eine Kombination mit Photovoltaik: Auf dem flachen Dach der Geschäftsstelle sind jetzt Sonnenkollektoren installiert. Mit dem so erzeugten Sonnenstrom werden nicht nur die E-Auto-Ladesäulen CO2-neutral betrieben, sondern auch die Klimageräte. Statt den Mitarbeitern einzuheizen, sorgt die Sommersonne bei der AWO nun also für Kühlung.
Heizen geht aber bei Bedarf auch, wie Marc Schaaf zu seiner Verblüffung gelernt hat: In der kühlen Jahreszeit können die Klimageräte Wärme beisteuern – bei Sonnenschein sogar klimafreundlich und kostenneutral mit selbstgemachtem Strom. Stadtwerke-Experte Schniederjan bestätigt: Die hauptberuflich kühlende Klimaanlage „arbeitet dann als Luft-Wärmepumpe, es ist genau das gleiche Prinzip.“ Aber erst einmal werden die AWO-Mitarbeiter nun mit kühlem Kopf den Sommer genießen.
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